Vicuña

Peru ist berühmt für seine Kameliden, die als Mitglieder der Camelidae-Familie direkte Verwandte von Kamelen sind. Sowohl wild als auch domestiziert können die flauschigen Tierchen in Teilen Südamerikas vorgefunden werden. In der Alten Welt waren zwei bekannten Arten von Kameliden bekannt: Das Dromedar (arabisches Kamel oder indisches Kamel mit einem Höcker) und das seltene Bactrian-Kamel (mit zwei Höckern). Ihren Verwandten in der Neuen Welt fehlt es jedoch an diesen offensichtlichen Merkmalen. Die Arten Vicuña, Alpaka, Guanaco und Lama werden daher von Besuchern des südamerikanischen Kontinents oft verwechselt.

Das Vicuña (Vicugna vicugna) ist die kleinste und zarteste der vier südamerikanischen Kameliden. Ein erwachsenes Vicuña erreicht bis zur Schulter typischerweise nur eine Höhe zwischen 0,75 und 0,85 m und wiegt dabei zwischen 35 und 59 kg. Die Vicuñas und die Guanacos sind die wilden Kameliden Südamerikas, während Alpakas beispielsweise die domestizierten Nachkommen der wilden Vicuñas sind. Die Ohren der Vicuñas sind wie die der Guanacos spitz und auch die Fellmusterungen ähneln sich. Sie sind auf dem Rücken hellbraun und an Hals, Bauch und Beinen befinden sich weiße Haare.

Vor der spanischen Eroberung waren die ca. 1,5 Millionen höckerlosen Kamele durch Inka-Gesetze geschützt. Alleine die Inka-Königsfamilie konnte Vicuñas jagen oder wertvolle Vicuña-Kleidungsstücke tragen. Mit dem Fall des Inka-Imperiums begann die straffreie Jagd der Tiere, sodass und die Population bis zum Jahr 1965 auf 6000 wilde Tiere zurückging. Dank der Erhaltungsbemühungen der letzten Jahrzehnte durchstreifen derzeit wieder knapp 350.000 Exemplare die halbtrockenen und windgepeitschten Hochebenen von Peru, Argentinien, Bolivien und Nordchile, wobei die größte Population mit 188.327 Tieren in Peru angesiedelt ist. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN sind Vicuñas nun nur noch unter der Kategorie „geringste Besorgnis“ aufgeführt.

Das Vicuña ist das Nationaltier Perus und erscheint auf dem Wappen des Landes sowie auch auf der Nuevo Sol Münze. Vicuñas können nur alle drei Jahre geschoren werden und dieser Prozess wird von der Regierung überwacht.  Da Vicuña-Wolle wegen ihrer luxuriösen Qualitäten und ihrer Seltenheit auf dem internationalen Markt äußerst gefragt ist, bleibt jedoch auch die Wilderei ein Problem.