Traditionen in Peru

Jahrhundertelang haben die Peruaner ihrer Vergangenheit den Rücken gekehrt. Doch in den letzten Jahren entstand ein neues Bewusstsein für den kulturellen und historischen Reichtum des Landes, sowie die althergebrachten Traditionen.

Kunsthandwerk in Peru

In den Anden hat jede Region ihren eigenen Textileriestil. Eines haben die alle aber gemeinsam: Die traditionelle Textile sind ein offenes Buch mit Symbolen und Informationscodes. Zum Beispiel die Webkunst: dies ist eine Schriftform, eine Sprache mit visuellen Metaphern, welche ihre Werte und kulturelle Konzepte vermittelt. Es werden natürliche Mittel genuzt, um die Fasern zu färben. Blumen Blätter, Wurzeln, Kaktusläuse und Mineralien,… die Kunst des Färbens ist eine uralte Tradition.

Peru ist ein Volk der Künstler. Bereits von den prähispanischen Kulturen werden immer wieder Kunstwerke aus Holz, Stein, Metallen, Ton, Flaschenkürbissen oder Stoffen gefunden. Die Gegenstände hatten dabei meist auch einen praktischen Verwendungszweck. Heute sind vor allem die bunten Weberzeugnisse aus dem Hochland bekannt. Auch Silberschmuck und verzierte Kürbisse, sowie Holzschnitzereien aus Peru sind beliebt und geschäzt.

Tanz und Musik in Peru

Anhand von archäologischen Funden, die vor nicht allzu langer Zeit entdeckt wurden, konnte man nachweisen, dass die Musik in Peru bereits vor 6.000 Jahren eine sehr wichtige Rolle spielte. Dabei trafen zwei Welten aufeinander : die Welt der Anden auf der einen und der westlichen Welt auf der anderen. Diese Konfrontation hat mehr als 1.300 unterschiedliche Musikrichtungen hervorgebracht. Zwei davon sind sogar auch außerhalb von Peru bekannt: „Huayno“ und „Marinera“. Der Einfluss afrikanischer Einwanderer ist in einigen Musikrichtungen auch zu spühren. Diese stellen ebenfalls eine schöne Bereicherung für die musikalische Tradition dar. Sie hat auch zur Entstehung des „Cajon“, auch Kistentrommel genannt, geführt, die ähnliche Geräusche wie ein Eselsgebiss erzeugt und sich zu einem weit verbreiteten perkussiven Musikinstrument entwickelt hat.

Die Musikinstrumente wurden zum Beispiel aus Muscheln, Knochen oder Schilf hergestellt. Meist hatte die Musik einen religiösen oder kriegerischen Hintergrund.

Heute finden sich in der Musik und in den Tänzen Perus verschiedene indigene und hispanische Einflüsse, aber auch moderner Stil. 

Typische Kleidung der Peruaner

Während der Kolonialzeit waren viele Peruaner dazu gezwungen, sich dem europäischen Kleidungsstil anpassen. Deshalb ist es ihnen nun umso wichtiger geworden, sich wieder auf die traditionelle Kleidung zurück zu besinnen. Für Frauen typisch sind die sogenannten „polleras“, bunte Röcke. Sie werden in mehreren Schichten übereinander getragen. Je nach Region kann der Rock aber auch Schwarz sein und wird dann von einem mit Blumen bestickten Gürtel gehalten. Andere Röcke wiederum sind eher mit schwarzen und roten Stickereien verziert. 
 

Sehr bekannt ist auch der peruanische Poncho, der aus dem 17. Jhd. stammt und das typische Kleidungsstück der Plantagenarbeiter war. Sie dienen zum Schutz gegen den Regen. Je nach Region sind die Ponchos unterschiedlich lang und die Farben variieren. Sehr häufig werden auch Hüte aus Stroh oder Wolle getragen. In den Anden sind bunte Wollmützen mit Ohrenklappen weit verbreitet. Sie werden „Chullo“ genannt.