Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa ist ein  peruanischer Schriftsteller, Politiker und Journalist, der seit 1993 auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er ist einer der führenden lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten. In den 1980er Jahren engagierte sich Vargas Llosa aktiv in der peruanischen Politik und wurde Vorsitzender einer neuen liberalen Partei. 1990 bewarb er sich als Kandidat eines Wahlbündnisses um das Amt des peruanischen Staatspräsidenten und galt lange als Favorit, verlor dann aber die Stichwahl gegen Alberto Fujimori. Er bezeichnete sich im Jahr 2001 als „liberalen Demokraten“. Im Dezember 2010 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. 

Seine Eltern trennten sich bereits vor seiner Geburt. Sein Vater Ernesto Vargas Madonado war Telegrafist und Flugplatzfunker der Panagra-Gesellschaft in Tacna. Seine Mutter Dora Llosa Ureta stammt aus einer aus Spanien stammenden Mittelschichtfamilie. Schon vor seiner Geburt jedoch trennten sich seine Eltern und Mario wuchs bei seiner Mutter in Cochabamba in Bolivien auf. Nach dem Schulabschluss begann Vargas Llosa in Lima mit einem Jura- und Literaturstudium an der Hauptnationalsuniversität San Marcos. Mit 19 Jahren heiratete er Julia Urquidi lllanes, die Schwester einer Schwägerin der Mutter. Die Ehe blieb jedoch kinderlos und wurde 1964 geschieden. Mit dem Stipendium Javier Prado promovierte er in Philosophie und Literatur ab 1959 an der Universität Complutense Madrid. Im selben Jahr erhielt er für die Erzählungen „Die Anführer den Leopold-Alas-Preis“. Erstes Aufsehen als Schriftsteller erregte Vargas Llosa mit dem Roman Die Stadt und die Hunde (La ciudad y los perros). 1965 heiratete er in Lima seine Cousine Patricia Llosa, die er an der Pariser Sorbonne kennengelernt hatte und mit der er drei Kinder hat. In den 1980er Jahren wandte sich Vargas Llosa der Politik zu und vertrat überzeugt die liberale Position. 

1990 bewarb sich Vargas Llosa für die FREDEMO um das peruanische Präsidentenamt. Er trat für die Privatisierung von Staatseigentum und eine freie Marktwirtschaft ein. Er verlor die Wahl jedoch und wandte sich wieder der Literatur zu und wurde Dozent  für lateinamerikanische Literatur an mehreren US-amerikanischen Universitäten. Er schrieb Essays für die spanische Tageszeitung El País. Später verließ er Peru und wechselte nach Madrid, wo er 1993 die spanische Staatsbürgerschaft erhielt und 1995 Mitglied der Real Academia Espanola (Königlich Spanische Akademie) wurde. Zurzeit lebt er in London. Am 7. Oktober 2010 wurde bekanntgegeben, dass Vargas Llosa den Nobelpreis für Literatur 2010 „für seine Kartografie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“ erhält. Die Preisverleihung erfolgte am 10. Dezember 2010 in Stockholm. 

Im Herbst 2017 war er auf Seiten der spanischen Regierung ein wichtiger Akteur gegen die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen. Er hielt auf der Gegendemonstration des 8. Oktober eine viel beachtete kämpferische Rede.

Seine Nichte ist die peruanische Filmregisseurin Claudia Llosa, sein Cousin der peruanische Filmregisseur Luis Llosa.