Klimaphänomen “El Niño”

Klimaphänomen “El Niño”

Schon bevor der Norden Amerikas die Kraft des El Niños zu spüren bekommt, sorgt das Klimaphänomen am südamerikanischen Kontinent schon für Unruhen. Besonders schwer wird normalerweise Peru getroffen, dessen Fischer dem Phänomen vor über hundert Jahren seinen Namen gaben. In Fluten und Schlammlawinen des Naturereignisses, starben unter den Folgen der vielen El-Niño-Saison bisher fast 300 Peruaner. Fortlaufend zur Weihnachtszeit ungefähr im 4 Jahres Rhythmus, erwärmt sich das Meer vor der südamerikanischen Westküste und bedroht u.a. die Existenz der Fischer. Geschuldet sei dies, den zu hohen Temperaturen des Ozeans. Dadurch sterben eine große Anzahl an Meerestieren oder sie werden gezwungen ihren Lebensraum zu verlassen. Des weiteren bedrohen heftige Niederschläge und dadurch entstehende Überschwemmungen und Orkane die südamerikanischen Westküste. Unter den Fischern ist diese Katastrophe zur Weihnachtszeit unter „El Niño“ bekannt, „das Christkind“. Ein Christkind, das Unglück bringt. Denn meistens ist ein El Niño-Jahr mit viel Leid für die Einheimischen verbunden.

Von einem “El Niño” ist die Rede, wenn in einem Hochdruckgebiet vor der Westküste Südamerikas und einem Tiefdruckgebiet vor der Ostküste Australiens in bestimmten Richtungen Winde zirkulieren. Diese Winde werden auch als Passatwinde bezeichnet. Entsprechend der Stärke des jeweiligen Druckausgleichs entstehen verschiedene Windgeschwindigkeiten. Parallel dazu sind kalte und warme Meeresströmungen im Umlauf. Der kalte Meeresstrom aus dem Süden ist der Humboldtstrom, welcher für ein ausgeglichenes Klima im Ozean sorgt. Zum El Niño-Jahr bricht dieses Hoch zusammen. Dies geschieht immer zur heißesten Zeit im Jahr und diese ist auf der Südhalbkugel immer zur Weihnachtszeit. Durch den Zusammenbruch des Systems, verlieren die Winde die Kontrolle und blasen zum Teil mit erheblichen Geschwindigkeiten in entgegengesetzte Richtungen. Dadurch verändern sich auch die Meeresströmungen. Der Humboldtstrom wird umgeleitet und das Meer wird immer mehr erwärmt. Dadurch kommen Plankton und weitere Tiere der Meere um. Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, durch die ungeordnete Wetterlage, bringen die enormen Stürme massenhaft Niederschläge mit sich. Es kommt immer wieder zu Flutkatastrophen und Erdrutschen. Die Folgen für die Betroffenen der Regionen können Zerstörung, Krankheiten und manchmal sogar Tod bedeuten.

Des weiteren werden durch die Veränderungen der Zirkulation des Windes im Pazifik, die Passatwinde rund um die Erde verändert. An der Ostküste Afrikas kommt es beispielsweise zu Dürren, da der Passat ausfällt und keine feuchte Luft vom Meer zu Land bringt. Darüber hinaus kommt es in Australien und Indonesien zu Trockenzeiten, welche erhöhte Waldbrandgefahr zur Folge hat. Auch auf Europa soll El Niño Einfluss haben. Den eisigen Winter in Deutschland im Jahr 2009/2010 führen einige Wissenschaftler auch auf dieses Naturereignis zurück.

Wie das Christkind, das Unheil mit sich bringt, funktioniert, ist weitgehend erforscht. Allerdings liegen die Ursachen für dieses Phänomen unter den Wissenschaftlern noch im Bereich der Theorien. Manche Forscher machen die bereits im Jahr 1610 entdeckten Sonneneruptionen von Galileo Galilei für solche Vorkommnisse verantwortlich. Ungefähr alle elf Jahre verändern sich die Sonnenflecken, dabei kommt es zu gewaltigen Entladungen an der Sonnenoberfläche. Im El Niño-Takt, also alle 4 Jahre verändert sich die Intensität der Eruptionen. Die dadurch abgestrahlte Energie soll Einfluss auf unser Klima nehmen. Viele Wetterforscher vermuten, dass es einen Zusammenhang zwischen dem El Niño und der Erwärmung der Erdatmosphäre gibt. Wissenschaftlich unumstritten ist auch, dass dieses Phänomen durch den Anstiegs der Erdtemperaturen in Zukunft häufiger auftreten soll.