Alfredo Bryce Echenique

Alfredo Bryce Echenique ist ein peruanischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Jurist, der am 19. Februar 1939 in Lima geboren wurde. Er wuchs in einer wohlhabenden peruanisch-englischen Familie auf, sein Vater arbeitete als Bankier und sein Urgroßvater, José Rufino Echenique Benavente, war im Jahr 1851 sogar Staatspräsident von Peru.

1957 begann er mit seinen Studien in Jura und Literaturwissenschaften an der Nationaluniversität San Marcos in Lima und schloss sein literaturwissenschaftliches Studium mit einer Arbeit über Ernest Hemingway ab. Später erhielt er von der französischen Regierung ein Stipendium, das ihn als Lehrperson nach Paris führte. Er war aber auch unter anderem an den Universitäten von Yale, Austin und Puerto Rico tätig. 1984 zog es ihn nach Madrid, wo er als freier Schriftsteller arbeitete. Erst im Jahr 1999 kehrte er in seine Heimat nach Lima zurück.

Sein lockerer Schreibstil ist geprägt von humorvollen Anekdoten und amüsanten Situationen und seine Charaktere unterhalten sich mit beträchtlicher Natürlichkeit. Fast immer vermittelt Bryce Echenique in seiner gesellschaftlichen Repräsentation ein nostalgisches Porträt der peruanischen Aristokratie.

Sein erstes Buch, „Huerto Cerrado„, wurde 1968 veröffentlicht und gelangte ins Finale des kubanischen Literaturpreises Casa de las Américas. Bei dieser Veröffentlichung handelt sich um eine Zusammenstellung seiner Kurzgeschichten, die in verschiedenen Stilen und aus verschiedenen Perspektiven über den jungen Protagonisten Manolo erzählen. Als Mitglied von Limas Upper Class wächst dieser in den 1950er Jahren zu einem Erwachsenen heran.

Auch Bryce Echeniques erster Roman „Un mundo para Julius“ (1970) wurde zu einem überwältigenden Erfolg. Die Geschichte des kleinen Jungen, der als jüngstes von vier Geschwistern einer reichen peruanischen Oberklasse-Familie aufwächst, wurde bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt und gilt heute als Klassiker der lateinamerikanischen Literatur. Obgleich Julius ein der herrschenden Klassen angehört, fühlt er sich stark mit seinen Haus-Dienern verbunden und beschwört dadurch Konflikte mit seiner Familie herauf. Durch bissige Ironie und durch die kindlichen Augen von Julius betrachtet, deckt Bryce Echenique hier die mehr oder weniger offensichtlichen sozialen Unterschiede in der peruanischen Gesellschaft auf.

Bisher hat Bryce Echenique mehr als zwanzig Bücher veröffentlicht. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf Romane sondern verfasst auch Erzählungen, Autobiographisches und Artikelsammlungen. In der spanischsprachigen Welt gehört er mittlerweile zu den berühmtesten und angesehensten Autoren Lateinamerikas.